Herzlich willkommen!

Wir freuen uns, dass Sie den Weg auf unsere Homepage
gefunden haben. Gerne laden wir Sie zu unseren
Gottesdiensten oder Veranstaltungen ein.

Schauen Sie doch vorbei! Wir freuen uns auf Sie!

Liebe Gemeindemitglieder,

aufgrund der aktuellen Situation finden aufgrund der
Coronakrise und des deswegen notwendigen Versammlungs-
verbotes, bis auf weiteres keine Gottesdienste, Gemeinde-
Gruppen und Gemeindeveranstaltungen statt.

Das Pfarramt ist für den Publikumsverkehr geschlossen.

Pfarrer Peter Meyer ist für Sie telefonisch erreichbar unter
der Nummer: 0172-9712224

Wir wünschen Ihnen in diesen Tagen Vorsicht, Umsicht,
Gelassenheit und Gesundheit.

Herzliche Grüße und seien Sie Gott befohlen

Ihr Pfarrer Peter Meyer

PS: Im Folgenden finden Sie die Andacht vom Sonntag,
den 5. April 2020.

PPS: Unter "Online-Andachten" (links auf dieser Seite)
können Sie Texte von vergangenen Sonntagen nachlesen,
die Ihnen helfen mögen, durch diese schwierige Zeit zu
kommen!

 

Liebe Gemeinde,

Dieser Palmsonntag, am 5. April 2020, ist anders als früher.

Früher war es der Tag der Konfirmation. Danach begann die
stille Woche, die auf Ostern zuging: die Karwoche, in der
die Kirchen sich auf den Leidensweg Jesu besinnen.

Diesmal ist die stille Woche sehr still. Wir leben weiterhin
aufgrund der Corona-Epidemie mit dem Versammlungsverbot
und den Ausgangsbeschränkungen.

Deshalb finden bis einschließlich den 19. April keine
Gottesdienste statt.

Wir verbinden uns auf anderen Wegen miteinander und suchen
Trost und Orientierung in den großen Erzählungen vom Weg
Jesus durch Leid zum Leben.

An diesem Palmsonntag steht die Geschichte von der „Salbung
in Bethanien“ an.

Jesus war schon in Jerusalem angekommen. Dabei hatten viele
Menschen ihn königlich begrüßt: als er auf einem Eseln in
Jerusalem einzog, da winkte das Volk mit Palmenzweigen, legte
Kleider auf den Weg und jubelte: „Hosanna! Gelobt sei der da
kommt im Namen des Herrn“. (Markus 11,1-9)

Dann gab es in Jerusalem dramatische Geschehnisse und
Konfrontationen. Jesus überstand sie, aber seine Gegner in der
Regierung hatten beschlossen ihn zu töten.

Eines Abends war Jesus eingeladen in einem Ort außerhalb der
Stadt in Betanien (Markus 14,3-9):

 

3 Als Jesus in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen
und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß
mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das
Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt.

4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander:
Was soll diese Vergeudung des Salböls? 5 Man hätte dieses Öl
für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und
das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. 6 Jesus aber
sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes
Werk an mir getan. 7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und
wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr
nicht allezeit. 8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen
Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis. 9 Wahrlich, ich
sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen
Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was
sie getan hat.

Der Gastgeber hat einen besonderen Namen: Simon der
Aussätzige. Der Name Simon war damals so häufig, dass man
zur Unterscheidung prägende Erfahrungen einer Person immer
mit nannte. Dieser Simon hatte etwas gemeinsam mit vielen
Menschen unserer Gegenwart: er hatte eine ansteckende
Krankheit durchgemacht. Er hatte Quarantäne und Einsamkeit
erlebt. Er war wieder gesund geworden. Und jetzt hatte er einen
berühmten Star als Gast: Jesus.

Doch da kommt diese Anhängerin und aus Begeisterung gießt
sie Öl über das Haupt von Jesus und salbt ihn damit.

Öl auf dem Haupt bei einem Festmahl, das war in der Antike ein
verbreiteter Genuss. „Du salbest mein Haupt mit Öl und
schenkest mir voll ein“. Das Wort aus Psalm 23,5 zeigt wie alt
dieser Festbrauch ist.

Doch der Wert dieses Öls ist außergewöhnlich. Nardenöl war ein
Luxusgut aus Indien. Sein Wert von 300 Denaren entsprach dem
Jahreslohn eines Arbeiters.

Der Protest der Anwesenden ist verständlich. Armenhilfe statt
Luxusartikel – das klingt bis heute sympathisch.

Jesus beschützt seine reiche und exzentrische Verehrerin. Mit
anfter Ironie dreht er den Spieß sogar um: die Kritiker der Dame
werden künftig noch viel Gelegenheit zu eigener Armenhilfe
haben.

Dann enthüllt er eine ernste Wahrheit: er selbst ist schon so gut
wie tot. Diese Salbung gilt schon für sein baldiges Begräbnis.
Jesus kennt sein sich bald erfüllendes Schicksal und er
übernimmt es im Gehorsam zu Gott.

Und mehr noch: Jesus war am Palmsonntag beim Einzug in
Jerusalem als König willkommen geheißen. Aber ein Zeichen
eines Königs stand noch aus: die Königssalbung (1. Samuel
10,1 und 16,13). Unwissentlich bezeichnet diese Frau Jesus als
den von Gott gesandten König, indem sie ihn wahrlich königlich
salbt.

Deswegen gehört ihre Tat zum Evangelium, das den Menschen
aller Zeiten gilt: Jesus ist der König, der im Leid ein Knecht
wurde, um uns nahe zu sein und uns zu helfen.

 

Wir leben am Palmsonntag 2020. Mit Staunen und Wehmut lesen
wir vom Fest in Betanien. Dort konnten Menschen sich noch
unbesorgt nahe sein.

Wir selber hätten das auch so gerne gemacht, über die Ostertage
mit liebem Besuch.

Am Palmsonntag 2020: das Leben ist so sehr anders als sonst in
der Osterzeit.

Wir vermissen Mitmenschen.

Wir spüren Unsicherheit und Sorge um Gesundheit und
Einkommen.

Am Palmsonntag 2020: Jesus ist auch in unserer Stadt und in
unserem Leben gegenwärtig.

Wir brauchen uns nicht von Furcht beherrschen lassen, denn
Jesus ist der König, der Herr des Lebens. Er hat überwunden
und geht jetzt mit uns durch diese Zeit.

Die Zuversicht dank seines Friedens sei mit uns allen.

 

Liebe Gemeinde, das Lied mit der Nummer 630 aus unserem
Gesangbuch möchte ich Ihnen empfehlen:

1.) Fürchte dich nicht, gefangen in deiner Angst, mit der du
lebst. Fürchte dich nicht, gefangen in deiner Angst. Mit ihr
lebst du.

2.) Fürchte dich nicht, getragen von seinem Wort, von dem
du lebst. Fürchte dich nicht, getragen von seinem Wort. Von
ihm lebst du.

3.) Fürchte dich nicht, gesandt in den neuen Tag, für den du
lebst. Fürchte dich nicht, gesandt in den neuen Tag. Für ihn
lebst du.

Fürbitten des Lutherischen Weltbundes zu Corona

O Gott, unser Heiland, zeige Dein Erbarmen für die ganze
Menschheitsfamilie, die gerade in Aufruhr ist und beladen
mit Krankheit und Angst.

Komm uns zur Hilfe nun, da sich der Coronavirus auf der
ganzen Erde ausbreitet. Heile die, die krank sind, unterstütze
und beschütze ihre Familien, Angehörigen und Freunde vor
Ansteckung.

Schenk uns deinen Geist der Liebe und Besonnenheit, auf dass
wir zusammenwirken, um die Ausbreitung des Virus und seine
Wirkungen einzuschränken und zum Erliegen bringen zu können.

Mach uns wach, aufmerksam und vorausschauend im Blick auf
die Bekämpfung der anderen Krankheiten, die bei Menschen
Leid verursachen und für etliche tödlich enden.

Heile unsere Selbstbezogenheit und unsere Gleichgültigkeit, wo
wir uns nur dann sorgen, wenn wir selbst vom Virus oder anderem
Leid getroffen sind. Eröffne uns Wege, aus unserer Zaghaftigkeit
und Furcht hinaus, wenn unsere Nächsten für uns unsichtbar werden.

Stärke und ermutige die, die im Gesundheitswesen, in Praxen und
Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und anderen Bereichen der
Medizin arbeiten: Pflegende, Fürsorgende, Ärztinnen und Ärzte,
Klinikseelsorgerinnen und -seelsorger, Mitarbeitende in
Krankenhäuser – alle, die sich der Aufgabe widmen, für Kranke und
ihre Familien zu sorgen.

Inspiriere die Forschenden, die an Impfstoffen, Medikamenten und
der Herstellung medizinischer Ausstattung arbeiten. Gib ihnen
Erkenntnisse und Weitblick.

Erhalte die Menschen, deren Arbeit und Einkommen durch
Schließungen, Quarantänen, geschlossene Grenzen und andere
Einschränkungen bedroht sind. Beschütze alle, die reisen müssen.

Leite die politisch Verantwortlichen, dass sie die Wahrheit sagen
und danach handeln. Halte die Ausbreitung von Falschinformation
und Gerüchten zurück. Hilf, dass Gerechtigkeit waltet, sodass
allen Menschen auf der Erde Heil und Heilung erfährt.

Heile unsere Welt. Heile unsere Körper. Stärke unsere Herzen und
Sinne. Und in der Mitte des Aufruhrs gib uns Hoffnung und Frieden.

In deinen gnädigen Armen halte alle, die gestorben sind und die in
dieser Zeit sterben werden. Tröste ihre Hinterbliebenen, tröste die,
die verzweifelt sind.

Gedenke deiner Familie, der ganzen Menschheit, und deiner ganzen
Schöpfung, in deiner großen Liebe.

 

Amen. 

 

 

 

 

 

 

Subscribe to Kirchengemeinde St. Markus Coburg RSS